LinkedIn hat sich in den letzten Jahren zur wichtigsten Plattform für B2B-Marketing und Social Media entwickelt. Mit über 22 Millionen Nutzern allein in der DACH-Region bietet das Netzwerk enormes Potenzial für Unternehmen, die Entscheider, Fachkräfte und potenzielle Kunden erreichen wollen.
Doch viele Unternehmen nutzen LinkedIn falsch oder gar nicht. Die Unternehmensseite verstaubt, Posts versanden ohne Reichweite und der erhoffte Business-Impact bleibt aus. Das muss nicht sein.
In diesem Guide zeigen wir dir, wie du LinkedIn als Unternehmen strategisch nutzt. Von der Einrichtung der Unternehmensseite über Content-Formate bis zu fortgeschrittenen Taktiken für mehr Reichweite und Leads.
Infobox: Die wichtigsten Takeaways
- LinkedIn ist für B2B unverzichtbar. Deine Zielgruppe ist dort.
- Die Unternehmensseite ist die Basis, aber persönliche Profile sind oft reichweitenstärker.
- Content-Qualität schlägt Quantität. Lieber ein guter Post als fünf mittelmäßige.
- Der Algorithmus belohnt Engagement und Verweildauer. Schreibe für Menschen, nicht für Maschinen.
- Konsistenz ist das A und O. Plane realistisch und halte durch.
- Messe, was wichtig ist. Follower-Zahlen sind nett, aber Business-Impact zählt.
Warum LinkedIn für Unternehmen unverzichtbar ist
LinkedIn ist nicht einfach nur ein weiteres soziales Netzwerk. Es ist die Plattform, auf der Geschäftsentscheidungen beeinflusst werden. Hier treffen sich CEOs, Einkäufer, HR-Manager und Fachexperten. Und im Gegensatz zu Facebook oder Instagram kommen die Nutzer mit einer Business-Mentalität.
Die Zahlen sprechen für sich
Über 22 Millionen Nutzer in DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)
- 4 von 5 LinkedIn-Nutzern beeinflussen Geschäftsentscheidungen in ihrem Unternehmen
- Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 7 Minuten pro Session
- LinkedIn generiert 80% aller B2B-Leads aus sozialen Netzwerken
- Entscheider verbringen wöchentlich durchschnittlich 6 Stunden auf der Plattform
Was diese Zahlen bedeuten: Deine Zielgruppe ist auf LinkedIn. Die Frage ist nur, ob du sie erreichst.
LinkedIn vs. andere Plattformen
Im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken hat LinkedIn entscheidende Vorteile für B2B-Unternehmen:
Professioneller Kontext:
Nutzer sind im Business-Modus und offen für geschäftliche Inhalte
Hochwertige Zielgruppen:
Detailliertes Targeting nach Jobtitel, Branche, Unternehmensgröße
Längere Verweildauer:
Nutzer nehmen sich Zeit für längere Inhalte
Organische Reichweite:
Im Vergleich zu Facebook ist organische Reichweite noch möglich
Direkter Zugang:
Du kannst Entscheider direkt kontaktieren
LinkedIn Unternehmensseite einrichten – So funktioniert’s
Die Unternehmensseite ist dein digitales Schaufenster auf LinkedIn. Hier landen potenzielle Kunden, Bewerber und Partner, wenn sie nach deinem Unternehmen suchen. Eine professionell eingerichtete Seite schafft Vertrauen und bildet die Basis für alle weiteren Aktivitäten.
Schritt 1: Seite erstellen
Um eine Unternehmensseite zu erstellen, benötigst du ein persönliches LinkedIn-Profil. Gehe auf das “Für Unternehmen”-Menü rechts oben und wähle “Unternehmensseite erstellen”. LinkedIn bietet verschiedene Seitentypen:
Unternehmen:
Für die meisten Unternehmen die richtige Wahl
Fokusseite:
Für Produkte oder Geschäftsbereiche unter dem Dach einer Hauptseite
Bildungseinrichtung:
Für Universitäten, Schulen und Bildungsanbieter
Schritt 2: Grundlegende Informationen
Fülle alle Felder sorgfältig aus. Unvollständige Seiten wirken unprofessionell und werden vom Algorithmus benachteiligt:
Unternehmensname:
Exakt wie offiziell registriert, konsistent mit anderen Plattformen
Tagline:
120 Zeichen, um zu erklären, was ihr macht. Nutze Keywords!
Branche:
Wähle die passendste aus der Liste
Unternehmensgröße:
Anzahl der Mitarbeiter
Unternehmenstyp:
GmbH, AG, Einzelunternehmen etc.
Website:
Link zu deiner Hauptwebsite
Gründungsjahr:
Schafft Vertrauen bei älteren Unternehmen
Schritt 3: Visuelle Gestaltung
Der erste Eindruck zählt. Investiere Zeit in hochwertige Grafiken:
Logo:
300 x 300 Pixel, wird als Profilbild verwendet. PNG mit transparentem Hintergrund ideal.
Titelbild:
1128 x 191 Pixel. Nutze diesen Platz strategisch: aktuelles Angebot, Kernbotschaft, oder Employer-Branding-Visuals.
Farbschema:
Halte dich an eure Corporate Identity für Wiedererkennungswert.
Tipp:
Das Titelbild wird auf mobilen Geräten anders beschnitten. Platziere wichtige Elemente zentral und teste die Darstellung auf verschiedenen Devices.
Schritt 4: Über uns Text
Der “Über uns”-Bereich ist entscheidend. Du hast 2.000 Zeichen, um zu erklären, wer ihr seid und warum man mit euch arbeiten sollte. Hier sind gute Texte gefragt. Unsere Struktur-Empfehlung:
- Erster Absatz: Was macht ihr? Für wen? (Fokus-Keywords einbauen)
- Zweiter Absatz: Was unterscheidet euch? Welches Problem löst ihr?
- Dritter Absatz: Eure Werte, Mission oder Geschichte (kurz)
- Call-to-Action: Was soll der Leser als nächstes tun?
Schreibe nicht in der dritten Person (“Das Unternehmen bietet…”), sondern direkt (“Wir helfen Unternehmen, ihre Sichtbarkeit zu steigern…”). Das wirkt nahbarer.
Schritt 5: Spezialitäten und Hashtags
LinkedIn erlaubt dir, bis zu 20 Spezialitäten anzugeben. Nutze dieses Feld strategisch mit relevanten Keywords:
Beispiel für eine Marketing-Agentur: Content Marketing, SEO, Social Media Marketing, B2B Marketing, Lead-Generierung, Marketing-Strategie, Employer Branding, Performance Marketing
Füge außerdem 3 Hashtags hinzu, denen deine Seite folgt. Diese sollten zu deiner Branche passen und aktiv genutzt werden.
Schritt 6: Call-to-Action Button
LinkedIn bietet verschiedene CTA-Buttons für Unternehmensseiten. Wähle den passenden für dein Ziel:
Website besuchen:
Standard, leitet auf eure Homepage
Kontakt aufnehmen:
Öffnet ein Kontaktformular
Mehr erfahren:
Gut für erklärungsbedürftige Produkte
Registrieren:
Für SaaS oder Newsletter
Jetzt bewerben:
Fokus auf Recruiting
Die LinkedIn Content-Strategie
Eine LinkedIn-Präsenz ohne Content-Strategie ist wie ein Laden ohne Schaufenster. Die Unternehmensseite allein bringt keine Reichweite. Du brauchst einen Plan, was du postest, wann du postest und warum.
Ziele definieren
Bevor du den ersten Post schreibst, kläre: Was willst du mit LinkedIn erreichen? Typische Ziele sind:
Brand Awareness:
Bekanntheit steigern, als Experte positionieren
Lead-Generierung:
Anfragen von potenziellen Kunden generieren
Thought Leadership:
Als Vordenker in der Branche wahrgenommen werden
Employer Branding:
Attraktiv für Bewerber werden
Community Building:
Ein Netzwerk von Gleichgesinnten aufbauen
Traffic:
Besucher auf die eigene Website leiten
Fokussiere dich auf maximal zwei Hauptziele. Alles andere verwässert deine Strategie.
Zielgruppe verstehen
Wen willst du erreichen? Je genauer du deine Zielgruppe kennst, desto relevanter wird dein Content. Stelle dir folgende Fragen:
- Welche Jobtitel haben deine idealen Kunden?
- In welchen Branchen arbeiten sie?
- Was sind ihre größten Herausforderungen?
- Welche Fragen stellen sie sich?
- Welchen Content konsumieren sie bereits?
- Wer beeinflusst ihre Entscheidungen?
Praxistipp: Schau dir die Profile deiner besten Kunden an. Was posten sie? Welchen Seiten folgen sie? Welche Hashtags nutzen sie? Das gibt wertvolle Hinweise.
Content-Säulen entwickeln
Statt willkürlich zu posten, definiere 3-5 Themenfelder, über die du regelmäßig sprichst. Diese Content-Säulen sorgen für Konsistenz und machen dich als Experten erkennbar. Beispiel für eine SEO-Agentur:
- SEO-Wissen: Tipps, Anleitungen, Algorithmus-Updates
- Case Studies: Erfolgsgeschichten von Kunden
- Branchen-Insights: Trends, Statistiken, Einschätzungen
- Hinter den Kulissen: Team, Arbeitsweise, Unternehmenskultur
- Meinungen: Standpunkte zu aktuellen Entwicklungen
Posting-Frequenz
Wie oft solltest du posten? Die Antwort hängt von deinen Ressourcen ab. Aber: Konsistenz schlägt Frequenz. Ein guter Post pro Woche ist besser als fünf mittelmäßige.
Unsere Empfehlung für den Start:
Minimum: 2-3 Posts pro Woche
Optimal: 4-5 Posts pro Woche
Maximum: 1-2 Posts pro Tag (mehr wird als Spam wahrgenommen)
Wichtig: Die besten Posting-Zeiten variieren je nach Zielgruppe. Grundsätzlich performen Posts unter der Woche besser als am Wochenende. Dienstag bis Donnerstag, morgens (7-9 Uhr) oder mittags (12-14 Uhr) sind gute Startpunkte.
Content-Formate auf LinkedIn
LinkedIn bietet verschiedene Content-Formate mit unterschiedlichen Stärken. Die Kunst ist, das richtige Format für die jeweilige Botschaft zu wählen.
Text-Posts
Der Klassiker. Reine Text-Posts können bis zu 3.000 Zeichen lang sein und funktionieren überraschend gut, wenn der Inhalt stimmt.
Best Practices:
- Starker erster Satz (Hook), der zum Weiterlesen animiert
- Absätze und Zeilenumbrüche für Lesbarkeit
- Eine klare Botschaft pro Post
- Call-to-Action am Ende (Frage, Aufforderung zur Diskussion)
- Emojis sparsam und gezielt einsetzen
Bild-Posts
Bilder erhöhen die Aufmerksamkeit im Feed und können komplexe Informationen visualisieren.
Was funktioniert:
- Infografiken mit Statistiken oder Prozessen
- Zitate mit ansprechendem Design
- Team-Fotos und Behind-the-Scenes
- Screenshots von Erfolgen oder Ergebnissen
- Memes und humorvolle Grafiken (branchenabhängig)
Technische Hinweise: Optimale Größe für Einzelbilder: 1200 x 627 Pixel. Für quadratische Bilder: 1080 x 1080 Pixel.
Karussell-Posts (Document Posts)
Karussells sind aktuell eines der stärksten Formate auf LinkedIn. Du lädst ein PDF hoch, das Nutzer durchblättern können. Ideal für:
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- Listicles (10 Tipps für…)
- Mini-Präsentationen
- Zusammenfassungen von Studien oder Reports
- Storytelling über mehrere Slides
Warum Karussells so gut funktionieren: Sie erhöhen die Verweildauer (Dwell Time), was der Algorithmus belohnt. Jedes Weiterblättern ist ein Signal, dass der Content relevant ist.
Video-Posts
Video ist das Format mit dem höchsten Engagement-Potenzial, aber auch dem höchsten Produktionsaufwand.
Formate, die funktionieren:
- Talking Head: Direkt in die Kamera sprechen, Expertise zeigen
- Tutorials: Bildschirmaufnahmen mit Erklärung
- Interviews: Gespräche mit Experten oder Kunden
- Event-Mitschnitte: Ausschnitte aus Vorträgen oder Webinaren
- Behind the Scenes: Einblicke in den Arbeitsalltag
Wichtig: Die meisten LinkedIn-Nutzer schauen Videos ohne Ton. Füge immer Untertitel hinzu. Optimale Länge: 30-90 Sekunden für maximales Engagement.
Umfragen (Polls)
Umfragen sind ein einfacher Weg, Interaktion zu erzeugen. Nutzer können mit einem Klick abstimmen, was die Hemmschwelle senkt.
Einsatzmöglichkeiten:
- Meinungen zu Branchentrends abfragen
- Bedürfnisse der Zielgruppe erforschen
- Diskussionen anstoßen
- Content-Ideen validieren
Vorsicht: Zu viele Umfragen wirken billig. Setze sie gezielt ein, nicht als Standard-Format.
LinkedIn Newsletter
LinkedIn ermöglicht es, einen Newsletter direkt auf der Plattform zu starten. Follower können ihn abonnieren und werden bei jedem neuen Artikel benachrichtigt.
Vorteile:
- Direkte Benachrichtigung an Abonnenten (hohe Öffnungsraten)
- Längere Inhalte möglich als bei normalen Posts
- Aufbau einer eigenen Subscriber-Basis auf LinkedIn
- Gut für Thought Leadership und tiefergehende Inhalte
Der LinkedIn Algorithmus
Um auf LinkedIn erfolgreich zu sein, hilft es, den Algorithmus zu verstehen. LinkedIn will Nutzern relevante Inhalte zeigen und sie möglichst lange auf der Plattform halten. Dein Content wird danach bewertet, wie gut er diese Ziele erfüllt.
So funktioniert der LinkedIn-Algorithmus
Wenn du einen Post veröffentlichst, durchläuft er mehrere Phasen:
Qualitätsprüfung:
LinkedIn prüft automatisch, ob der Content gegen Richtlinien verstößt oder Spam ist.
Test-Audience:
Der Post wird zunächst einem kleinen Teil deiner Follower gezeigt (ca. 5-10%).
Engagement-Messung:
LinkedIn misst, wie dieser Test-Kreis reagiert: Likes, Kommentare, Shares, Verweildauer.
Erweiterung oder Einschränkung:
Bei gutem Engagement wird der Post mehr Menschen gezeigt. Bei schlechtem sinkt die Reichweite.
Was der Algorithmus belohnt
Verweildauer (Dwell Time):
Wie lange Nutzer deinen Post anschauen. Lange Texte und Karussells profitieren.
Kommentare:
Wertvoller als Likes. Besonders Kommentare mit mehreren Sätzen.
Schnelles Engagement:
Reaktionen in der ersten Stunde nach Veröffentlichung sind besonders wichtig.
Shares:
Wenn jemand deinen Post teilt, ist das ein starkes Signal.
Relevanz:
Content, der zur Zielgruppe und Branche passt.
Native Content:
LinkedIn bevorzugt Inhalte auf der Plattform gegenüber externen Links.
Was der Algorithmus bestraft
Externe Links im Post:
Links zu anderen Websites reduzieren die Reichweite drastisch. Poste den Link besser im ersten Kommentar.
Engagement-Baiting: “Like, wenn du zustimmst” oder ähnliche Aufforderungen werden erkannt und bestraft.
Zu viele Hashtags:
Mehr als 5 Hashtags wirken spammy.
Schnelles Bearbeiten:
Einen Post direkt nach Veröffentlichung zu bearbeiten kann die Reichweite senken.
Tagging ohne Kontext:
Personen taggen nur, um Reichweite zu bekommen, ohne dass sie relevant sind.
Reichweite aufbauen: Praxistipps
Die Theorie ist klar. Aber wie setzt du das praktisch um? Hier sind konkrete Taktiken, die funktionieren.
Der Hook entscheidet alles
Die ersten zwei Zeilen deines Posts entscheiden, ob jemand weiterliest oder weiterscrollt. Du hast etwa 1-2 Sekunden, um Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Hooks, die funktionieren:
- Kontroverse Aussage: “Die meisten LinkedIn-Tipps sind Bullshit.”
- Überraschende Statistik: “93% aller B2B-Käufer beginnen ihre Recherche online.”
- Persönliche Geschichte: “Vor 3 Jahren habe ich unseren größten Kunden verloren. Das hat alles verändert.”
- Direkte Frage: “Machst du diesen Fehler auch auf LinkedIn?”
- Listenankündigung: “7 LinkedIn-Fehler, die dich Reichweite kosten (Nr. 4 macht fast jeder)”
Kommentare aktiv fördern
Kommentare sind Gold für deine Reichweite. Ein Post mit 20 Kommentaren performt besser als einer mit 100 Likes. So bekommst du mehr davon:
- Stelle am Ende eine konkrete Frage
- Bitte um Meinungen (“Was denkt ihr?”)
- Fordere zum Teilen von Erfahrungen auf
- Antworte auf jeden Kommentar (zeigt dem Algorithmus Aktivität)
- Stelle Gegenfragen in deinen Antworten, um Diskussionen zu vertiefen
Die erste Stunde nutzen
Die erste Stunde nach Veröffentlichung ist kritisch. Was du tun solltest:
- Poste zu einer Zeit, wenn du online sein kannst, um auf Kommentare zu reagieren
- Reagiere auf jeden frühen Kommentar sofort
- Teile den Post in relevanten Gruppen (falls sinnvoll)
- Bitte Kollegen oder Freunde, echte Kommentare zu hinterlassen (kein “Super Post!”)
Mitarbeiter einbinden
Die Reichweite deiner Unternehmensseite ist begrenzt. Die kombinierte Reichweite aller Mitarbeiter-Profile ist oft 10x größer. Nutze das:
- Ermutige Mitarbeiter, Unternehmens-Posts zu teilen
- Schaffe es einfach: Teile den Link intern und gib Textvorschläge
- Feiere Mitarbeiter, die besonders aktiv sind
- Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen
- Aber: Kein Zwang, Authentizität geht vor
Netzwerk aktiv aufbauen
Mehr Follower = mehr potenzielle Reichweite. So wächst dein Netzwerk:
- Vernetze dich gezielt mit Menschen aus deiner Zielgruppe
- Personalisiere Kontaktanfragen (höhere Annahmequote)
- Kommentiere regelmäßig bei relevanten Accounts
- Folge Hashtags aus deiner Branche und interagiere
- Nutze die “Wer hat dein Profil besucht”-Funktion für Vernetzungen
LinkedIn für Employer Branding
LinkedIn ist die erste Anlaufstelle für Jobsuchende, die ein Unternehmen recherchieren. Deine Präsenz beeinflusst, ob sich Top-Talente bei dir bewerben oder bei der Konkurrenz.
Die Unternehmenskultur zeigen
Menschen wollen wissen, wie es ist, bei dir zu arbeiten. Zeige es ihnen:
- Team-Events und Feiern dokumentieren
- Neue Mitarbeiter vorstellen
- Mitarbeiter-Stories teilen (Karrierewege, Learnings)
- Office-Eindrücke und Arbeitsumgebung zeigen
- Werte nicht nur behaupten, sondern in Geschichten zeigen
Stellenanzeigen optimieren
LinkedIn Jobs ist eine der wichtigsten Recruiting-Quellen. So fallen deine Anzeigen auf:
- Klare, suchmaschinenfreundliche Jobtitel (keine internen Bezeichnungen)
- Gehaltsspanne angeben (deutlich höhere Bewerberzahlen)
- Benefits konkret nennen, nicht nur aufzählen
- Kurze Beschreibung des Teams und der Aufgaben
- Einfacher Bewerbungsprozess (je weniger Klicks, desto besser)
Mitarbeiter als Botschafter
Die authentischsten Einblicke kommen von Mitarbeitern selbst. Unterstütze sie:
- LinkedIn-Profile optimieren (einheitlicher Look, Unternehmen taggen)
- Schulungen zu Personal Branding anbieten
- Content-Ideen und Vorlagen bereitstellen
- Erfolge und Learnings teilen lassen
- Keine Skripte erzwingen, Authentizität fördern
LinkedIn Ads: Wann sie sich lohnen
LinkedIn Ads sind teuer. Die Kosten pro Klick liegen oft bei 5-15€, deutlich höher als bei Google oder Facebook. Trotzdem können sie sich lohnen, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Wann LinkedIn Ads sinnvoll sind
Hoher Customer Lifetime Value:
Wenn ein Kunde tausende Euro wert ist, rechtfertigt das höhere Akquisekosten.
Sehr spezifische B2B-Zielgruppe:
Das Targeting nach Jobtitel, Unternehmen, Branche ist einzigartig.
Komplexe Entscheidungsprozesse:
Mehrere Stakeholder, die alle über LinkedIn erreichbar sind.
Account-Based Marketing:
Gezielte Ansprache von Entscheidern bei bestimmten Unternehmen.
Werbeformate im Überblick
Sponsored Content:
Posts im Feed, sieht aus wie organischer Content
Message Ads:
Direktnachrichten an die Zielgruppe (umstritten, aber effektiv)
Text Ads:
Kleine Anzeigen in der Sidebar, günstig aber begrenzte Wirkung
Dynamic Ads:
Personalisierte Anzeigen mit Profilbild des Nutzers
Video Ads:
Videowerbung im Feed, hohe Aufmerksamkeit
Budget-Empfehlung
Für einen sinnvollen Test solltest du mindestens 1.500-2.000€ pro Monat einplanen. Kleinere Budgets führen oft zu nicht aussagekräftigen Daten. Starte mit einem Testlauf von 2-3 Monaten, um valide Ergebnisse zu sammeln.
Erfolgsmessung und KPIs
Ohne Messung kein Erfolg. Aber welche Kennzahlen sind wirklich relevant?
Vanity Metrics vs. Business Metrics
Nicht alle Zahlen sind gleich wichtig:
Vanity Metrics (gut fürs Ego):
Follower-Anzahl, Likes, Impressions. Schön zu haben, aber sagen wenig über Business-Impact.
Business Metrics (relevant fürs Geschäft):
Website-Traffic von LinkedIn, generierte Leads, Bewerbungen, tatsächliche Kunden.
Die wichtigsten KPIs
Engagement Rate:
Interaktionen geteilt durch Impressions. Zeigt, wie relevant dein Content ist. Benchmark: 2-4%
Follower-Wachstum:
Netto-Zuwachs pro Monat. Zeigt, ob deine Reichweite wächst.
Click-Through-Rate (CTR):
Bei Posts mit Links: Wie viele klicken? Benchmark: 1-3%
Website-Traffic:
Besucher von LinkedIn auf deine Website (via Google Analytics messbar).
Leads/Conversions:
Konkrete Anfragen oder Aktionen, die auf LinkedIn zurückzuführen sind.
LinkedIn Analytics nutzen
LinkedIn bietet integrierte Analytics für Unternehmensseiten. Du findest sie unter “Analysen” auf deiner Seite. Dort siehst du:
- Besucher: Wer kommt auf deine Seite? (Demografie, Branche, Jobtitel)
- Updates: Wie performen deine Posts? (Impressions, Engagement, CTR)
- Follower: Wie entwickelt sich deine Follower-Basis?
- Wettbewerber: Vergleich mit ähnlichen Unternehmen
Häufige Fehler vermeiden
Viele Unternehmen machen auf LinkedIn die gleichen Fehler. Hier sind die häufigsten, damit du sie vermeiden kannst:
Fehler 1: Zu werblich posten
LinkedIn ist kein Werbekanal. Posts, die nur das eigene Produkt anpreisen, werden ignoriert. Die Faustregel: 80% Mehrwert, 20% eigene Angebote.
Fehler 2: Inkonsistenz
Zwei Wochen intensiv posten, dann drei Monate Stille. Das funktioniert nicht. LinkedIn belohnt Konsistenz. Lieber weniger, aber regelmäßig.
Fehler 3: Nur die Unternehmensseite nutzen
Persönliche Profile haben mehr Reichweite als Unternehmensseiten. Nutze beides. Führungskräfte und Mitarbeiter sollten auch posten, nicht nur die Company Page.
Fehler 4: Nicht auf Kommentare reagieren
Wenn jemand kommentiert und du nicht antwortest, verpasst du eine Chance und signalisierst Desinteresse. Jeder Kommentar verdient eine Reaktion.
Fehler 5: Externe Links im Post
LinkedIn will Nutzer auf der Plattform halten. Posts mit externen Links werden vom Algorithmus benachteiligt. Poste den Link lieber im ersten Kommentar.
Fehler 6: Kein Gesicht zeigen
Menschen verbinden sich mit Menschen, nicht mit Logos. Zeige die Menschen hinter dem Unternehmen. Team-Fotos, persönliche Geschichten, echte Gesichter.
Fehler 7: Hashtags übertreiben
Mehr als 5 Hashtags wirken spammy. Wähle 3-5 relevante Hashtags, eine Mischung aus breit (#Marketing) und spezifisch (#B2BContentMarketing).
Wir halten fest
LinkedIn bietet enormes Potenzial für B2B-Unternehmen. Aber Erfolg kommt nicht über Nacht. Es braucht eine klare Strategie, konsistente Umsetzung und Geduld.
Dein nächster Schritt: Wenn du noch keine Unternehmensseite hast, richte sie jetzt ein. Wenn du eine hast, überprüfe sie anhand der Checkliste oben. Dann plane deinen ersten strategischen Content.
Unterstützung gewünscht?
Du möchtest LinkedIn strategisch nutzen, aber dir fehlt die Zeit oder das Know-how? Wir helfen Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Präsenz aufzubauen und zu optimieren. Von der Strategie über die Content-Erstellung bis zum Community Management.

